Fred Krugger | Projekt FD

Im Frühjahr 2018 besuchte ich Fred Krugger in seinem Atelier in Basse Bodeux, um ihn für die FUEL zu interviewen, ein Portrait zu schreiben mit besonderem Blick auf den Fortschritt an seinem Triumph Bobber-Projekt.

In der Werkstatt stand ein besonderes Objekt, an dem er parallel zur Triumph arbeitete. Es war der Rohbau eines Autos. Fred hatte mich eindringlich gebeten, auf keinen Fall Fotos von dem Fahrzeug zu machen oder darüber zu berichten. Jetzt, 1 ½ Jahre später ist das Auto fertig. Wobei der Begriff „Auto“ viel zu banal klingt, um zu beschreiben, was Krugger hier geschaffen hat.

Fred Krugger hat das Fahrzeug designt, konstruiert und gebaut – allein und in Handarbeit. Alles entstand mit wenigen Skizzen, einzig und allein aus seiner Idee, seiner Intuition und seinem überragenden handwerklichen Geschick – verbunden mit dem Drang nach absoluter Perfektion. Seine Werkstatt gleicht weniger einer klassischen Metallwerkstatt als vielmehr einem Operationssaal. In Kruggers Atelier war alles peinlich sauber, alles hatte seinen Platz. Der Schaffensraum eines extrem strukturierten Menschen. Und genau hier entstand der FD. Ein Manufaktur-Projekt in seinem ganz ursprünglichen Sinn.

Die Inspiration für den Krugger FD holte er sich aus den Stromlinienfahrzeugen, die in den 30er Jahren gestaltet wurden, trägt aber dennoch die klare Handschrift des Belgiers.

Ein paar technische Details: Etwa 1250 kg Gewicht, 6 Liter Hubraum verteilt auf die 12 Zylinder des Bentley-Motors. 750 PS und ein Drehmoment von maximal 1000 Newtonmetern sollten reichen, um mehr als ausreichende Fahrleistungen zu sichern. Geselligkeit stand bei der Entwicklung nicht im Vordergrund, so ist es bei einem einzigen Sitz geblieben.

Etwa 10.000 Stunden sind in die Fertigstellung des FD geflossen. Ohne nachzurechnen ist klar, dass das Geschaffene nicht für einen kleinen Taler finanzierbar ist. Das Projekt FD wurde unterstützt durch die beiden Lütticher Unternehmer François Fornieri und André Dupont, daher auch die Namensgebung FD.

Der Krugger FD wird heute am 11. Oktober 2019 beim Zoute Grand Prix in Knokke vorgestellt. Anschließend geht es zur Dream Car-Show auf der Brüsseler Motor Show. Danach macht sich das Fahrzeug auf Reisen nach Frankreich, Italien, England und die USA. Völlig berechtigt hofft Fred Krugger auf zahlreiche Auszeichnungen für sein außergewöhnliches Kunstwerk.

Schlussendlich sehen die weiteren Pläne so aus, dass der FD entweder für Geschwindigkeitsrekorde fit gemacht wird oder aber in der privaten Sammlung bei François Fornieri landet.

Ich bin gespannt.

Alle Bilder ©Thierry Dricot www.thierrydricot.be

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