Lackfreundlicher Retro-Spanngurt – selbstgemacht!

In letzter Zeit wurde immer mal wieder über den FIXER berichtet. Ein Kabelbinder aus Leder, liebevoll handgemacht zum Stückpreis einer Tausenderpackung Plastikkabelbinder, aus Verbrauchersicht nicht wirtschaftlich, aber stilecht. Ich persönlich bin eher ein großer Freund davon, aus vorhandenem Material Dinge zu erschaffen, die man dann nicht kaufen muss. Früher hieß das Wiederverwertung oder „Schrott wird flott“, heute kann man das glatt als nachhaltigkeitsorientiertes upcycling verkaufen und liegt voll im Trend der allgegenwärtigen DIY-Bewegung (oder des gleichnamigen Hypes, der einen Markt voller alter Ideen an junges Publikum vermittelt). Kann ich auch, mach ich mit!

Scharfkantiger Haken am Tank
Das darf nicht sein!

Auf einer unserer letzten gemeinsamen Touren konnte ich in Serges Blick einen eiskalten Strahl bitterer Verachtung entdecken, als er mitbekam, dass ich meinen altersschwachen Magnettankrucksack mittels eines uralten Spanngurtes vor dem Verrutschen sicherte. Nicht der Gurt, sondern die ungeschützten Haken, die sich messerscharf in den Lack unterhalb des Tanks gruben, erregten seine Missgunst und machten mir ein schlechtes Gewissen. Ist es nicht fahrlässig genug, den wunderbar lackierten, ja geradezu glasierten, zweifarbigen und beinahe pingestripten Tank mit einem Magnetrucksack zu malträtieren? Muss auch noch die Tankunterseite mit einem scharfkantigen Haken ruiniert werden?

Das soll so nicht weitergehen und in Vorbereitung der nächsten Tour schuf ich Abhilfe: Mit einem eindeutig lackfreundlichen aber zugleich stilvollem upgrade der flexiblen Sicherheitsverspannung. Willst Du auch? Mach einfach nach:

Du brauchst:

Material zum Hakenbau
Das brauchst Du!
  • Einen Spanngurt aus den Achtzigern mit scharfkantigen Haken, (sonst macht das Folgende keinen Sinn), der überwiegend dunkel gelagert sein sollte, denn UV-Resistenz war damals noch kein Thema und die Dinger werden doch recht schnell mürbe, wenn sie erstmal dreißig Jahre in der Sonne gelegen haben. Also vorsichtig prüfen, ob noch Spannkraft vorhanden ist.
  • Einen Lederhandschuh, den Du nicht mehr brauchst.
  • Stoffreste oder anderes weiches Zeug zum Polstern
  • Kabelbinder oder ähnliches (siehe oben)
  • Eine Schere
  • Ein geistreiches Getränk und laute Musik muss nicht sein, hat mir aber auch nicht geschadet.

 

Haken mit Stoffresten
Haken mit Stoffresten umwickeln

Zuerst schneidest Du vom Handschuh zwei Finger ab, die später über die Haken des Spanngurtes gezogen werden, um den Kontakt von scharfkantigem Haken und lieblichem Lack der Tankunterseite zu unterbinden. Damit die Haken das Leder nicht gleich wieder durchstechen, werden sie mit Stoffresten oder sonstigem Polstermaterial etwa fingerdick umwickelt.

 

 

Haken mit Finger
So kommt der Finger auf den Haken

Dann wird je ein Lederfinger über jeden Haken gezogen, und wir haben das größte Übel schon beseitigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Haken mit Lackschutz
Fertiger Haken mit optimalem Lackschutz

Damit die anderen Enden der Haken, wo sie den Spanngurt umwickeln, nun nicht an den Tankseiten kratzen, stecken wir in die lederumhüllten Haken noch jeweils einen breiten Streifen Leder, den wir zum Beispiel aus der Stulpe des Handschuhs geschnitten haben. Damit das Ganze nicht auseinanderfällt, werden schließlich alle Teile mit ein bis zwei Kabelbindern (oder einem stilechteren Befestigungsmittel) festgezurrt und fertig ist das gute Stück!

 

 

 

Schützender Haken am Tank
So soll das sein – optimaler Lackschutz. Ressourcenschonend, billig, wirksam.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viel Spaß beim Nachbauen, der oder die erste, die ich mit so einem Retro-upcycle-DIY-Meisterstück treffe, bekommt einen garantiert fabrikproduzierten Plastikaufkleber von MOTO VIE geschenkt.

Fertiger Spanngurt

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