Vom Tennisarm zur Actioncam. Armstativ aus dem Sanitätshaus.

Motorradfahrverbot für Orthopäden

Eine Epicondylitis humeri lateralis (deutsch: Tennisarm) vom Motorradfahren? Ich habe noch niemals Tennis gespielt. Und habe ich einen Lenker von Wilson? Nein! Wie ich gelernt habe, ist die Anatomie der Unterarme bei den Menschen höchst unterschiedlich. Die einen brauchen einen stark gekröpften Lenker, die anderen kommen mit einem fast geraden Modell zurecht. Mein Lenker ist zu gerade, passt nicht zu meiner Anatomie. Jetzt habe ich den Salat. Seit drei Monaten laboriere ich mit einer ausgeprägten Epicondylitis humeri lateralis herum. Hört sich schlau an, tut aber richtig weh. Nun war ich beim Orthopäden, der hat sich des Problems angenommen. Der Mann hat mir erzählt, dass ihm seine Frau das Motorradfahren untersagt hat. Ich habe ihm zu verstehen gegeben, dass ein echter Kerl sich das nicht gefallen lassen darf.

Und die Rache folgte auf dem Fuß bzw. in den Ellenbogen.

Eine wirksame Therapie gegen den Schmerz sei eine Cortisonladung in die Knochenhaut. Nach heftigem Stochern mit der viel zu dicken Nadel in meiner geschundenen Knochenhaut spürte ich den Tennisarm nicht mehr. Vor mir stand der Sensemann. Mir schossen die Tränen in die Augen, ich nahm winselnd meine Anmerkung zum Motorradfahrverbot zurück.

Echte Kerle fahren nicht Motorrad, echte Kerle stochern mit dicken Nadeln in Ellenbogen von Weicheiern herum.

Schmerz lass nach. Zwei Tage hat das gedauert. Und weil nicht nur der Arzt etwas an meinem kaputten Arm verdienen will, hat er mich ins Sanitätshaus nach nebenan geschickt. Hier hat mir eine sehr freundliche Fachverkäuferin eine Epicondylitis-Spange namens Para EpiDur aus dem Hause Schiebler mit Sitz in Flensburg verpasst. Das muss man sich jetzt nicht alles merken, Links am Ende. Aus Flensburg war mir bisher nur das leckere Hopfengetränk bekannt. Und das dort die Republik zu Ende ist und kurz dahinter Dänemark anfängt.

Warum das alles hier?

Das könnte ich ja auch alles in ein Memmenforum schreiben. Wir sind hier aber bei MOTO VIE. Und wir haben einen Do-It-Yourself Bereich. Es geht nämlich hier nicht um meinen Arm, sondern um besagte Epicondylitis-Spange namens Para EpiDur. Und ums Filmen. Wer den Film von der Reise zur Ace-Cafe-Reunion gesehen hat, der wird unsere Leidenschaft zu bewegten Bildern wahrgenommen haben. Die Actioncam am Start und in vielen Positionen montiert liefert interessante Perspektiven. Der Zubehörmarkt stellt Befestigungszubehör für die Cam bereit, von der Boje bis zur Drohne ist alles dabei.
Da ist viel brauchbares Zeug dabei, aber auch viel Schrott. Eine ganz neue, faszinierende Möglichkeit bietet die Para EpiDur. Die Spange gibt es in verschiedenen Größen, für spinnendürre Tentakeln bis hin zu Big-Jim-Formaten in XXL. Meine passt gut.

Der Aufbau der Spange

Frotteeinnenseite, hautfreundlich und tattooschonend. Da scheuert nichts. In der Mitte eine flexible Kunststoffeinlage, die der Spange die Form und die Stabilität gibt. Außen reißfestes Textilgewebe, versehen mit einem sehr hochwertigen Klettverschluss.
Die Spange lässt sich bombenfest am Arm befestigen. Dabei ist der Umfang so variabel einstellbar, dass sie sowohl am Handgelenk als auch am Unterarm in beliebiger Position zu befestigen ist. Die Frotteeeinlage macht die Spange zudem sehr rutschfest.

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So geht’s

Bei jeder Actioncam gibt es einen gewissen Satz an Haltern, die üblicherweise mittels Klebepad am Fahrzeug befestigt werden. Ein solcher Halter an der Para EpiDur befestigt bietet viele Möglichkeiten die Kamera am Arm zu führen. Als Befestigung kann sicherlich das Klettband verwendet werden, mehr Stabilität verspricht aber eine Fixierung mit Kabelbindern oder mit Nylonschrauben, wie es sie im Modellbaubedarf gibt. Hier ist der Kreativität keine Grenze gesetzt.

Zugegeben: Ich habe die Spange in der Praxis noch nicht mit der Actioncam getestet. Ich brauche das Teil noch zum Auskurieren des Tennisarms, Dauer zwei bis drei Monate. Ich bin allerdings überzeugt, dass die Spange richtig gut ihren Actioncam-Zweck erfüllt. Mit einer Kugelgelenkaufnahme zwischen Spange und Kamera lassen sich vielseitige Positionen finden und Aufnahmen aus interessanten Perspektiven filmen.
Die Spange gibt’s im Sanitätshaus für knapp über 30 Euro rezeptfrei. Ich habe für meine nur 5 Euro bezahlt, dafür mit Tennisarm und Zuschuss von der Krankenkasse. Sparfüchse gehen jammernd zum Orthopäden und täuschen einen Tennisarm vor, luchsen dem Heiler ein Rezept aus dem Ärmel und ergattern die Spange mit Zuschuss von der Krankenkasse. Die Spritze empfehle ich zu verweigern.

Weil dieser Finanzierungsweg nicht im Sinne einer Gemeinschaftskultur ist, empfehle ich den Neukauf zum normalen Ladenpreis oder man schaut einfach mal in den gängigen Gebrauchtzeugsmarktplätzen im Web.
Falls jemand die Spange für die Actioncam einsetzt, würde mich das Ergebnis brennend interessieren. Feedback welcome.

Ein Kommentar zu “Vom Tennisarm zur Actioncam. Armstativ aus dem Sanitätshaus.”

  1. Ok ich selber bin nicht so sehr an deinem Kamera-Stativ interessiert.
    Jedoch der Funktionstest an einem 16 Jahre alten Lagavulin überzeugt. 🙂
    Das ist ja mal was Feines. Übrigens, die Seite ist echt interessant.
    Gruß
    Martin.

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